Geschichte der Einrichtung

Am 1. September 1859 zogen die ersten drei Schwestern der Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser (Niederbronner Schwestern) von Bad Niederbronn im Elsass nach Darmstadt. Sie folgten damit der Bitte des Pfarrers von St. Ludwig, Ehrendomkapitular Johann Baptist Lüft, und übernahmen in der Pfarrei die Kranken- und Altenpflege.
In der protestantisch geprägten Stadt sorgte die Ankunft der Schwestern anfangs für Aufsehen. Im Laufe der Jahre gewannen sie aber auch die Sympathien der evangelischen Bevölkerung und leisteten auch hier ihre Dienste. Aus diesen ersten Anfängen im damaligen Soderweg entwickelte sich in den folgenden vierzig Jahren ein Schwesternhaus mit einem ganzen Gebäudekomplex, der sich bis hin zur Nieder-Ramstädter Str. 30 erstreckte. Zu ihm gehörten u. a. eine Näh- und Haushaltungsschule, ein Haus für alleinstehende Frauen, ein Saal für Veranstaltungen, eine Kinderkrippe, ein Kindergarten, ein Mädchenwohnheim und die 1888 eingeweihte Kapelle St. Joseph. In der Brandnacht vom 11.9.1944 fielen nicht nur die meisten Gebäude des Klosters in Schutt und Asche, sondern es kamen auch zwei Ordensschwestern und 22 Bewohnerinnen des Altenwohnheims ums Leben.
Das „Rote Haus“ und die Kapelle wurden bis Mitte der fünfziger Jahre wieder aufgebaut. Von nun an beschränkten sich die Schwestern in ihrer Tätigkeit auf die häusliche Krankenpflege, auf die Betreuung alter Menschen und auf die Kindergartenarbeit. 1966 entstand der Altenheimneubau an der Teichhausstraße, der bis in die letzten Jahre hinein weiter ausgebaut worden ist. Das Grundstück, auf dem heute das vor 40 Jahren eingeweihte Katholische Bildungszentrum NR 30 steht, war Anfang 1960 an das Bistum verkauft worden; der Kindergarten ging 1979 in die Hand der Pfarrgemeinde St. Ludwig über. 2008 wichen die Kapelle und ein Teil des Altbaus einem entstehenden Neubau des Alten- und Pflegeheims St. Josef. Dessen erster Bauabschnitt mit der neuen Kapelle wurde am 1. Oktober 2009 vom Mainzer Weihbischof Werner Guballa gesegnet. Die offizielle Einweihung des Altenpflegeheims fand am 18. März 2011 statt.

Die neue Kapelle

Für den kompletten Neu- und Umbau des Alten- und Pflegeheims St. Josef musste auch die frühere Hauskapelle weichen. Die neue Kapelle ermöglicht nun auch Rollstuhlfahrern, bzw. Bewohnern mit Rollatoren, den Gottesdienstraum barrierefrei zu erreichen. Die Ausrichtung des Chorraumes drehte sich um 90 Grad von Süd nach West. Im Chorraum wurden vier durch Spenden finanzierte Buntglasfenster der Darmstädter Künstlerin Annamaria Singer eingebaut. Der Lichteinfall der Sonne am Nachmittag sorgt hier für eine besondere Atmosphäre. Altar, Ambo, Tabernakel und Sedilien (Sitzplätze im Altarraum) waren bereits in der früheren Kapelle aufgestellt und sind ein Geschenk der Gemeinde St. Ludwig und der Diözese Mainz. Sie wurden vom Bildhauer Tobias Eder aus Freiburg geschaffen. Mit der losen Bestuhlung kann man die Kapelle zukünftig flexibel nutzen.

Das Alten- und Pflegeheim St. Josef Darmstadt

In zwei Bauabschnitten wurde das Alten- und Pflegeheim St. Josef  umgestaltet. Von April 2008- März 2011 wurde der Altbau des Alten- und Pflegeheims und die alte Kapelle abgerissen. Der neuere Gebäudeteil entlang der Straße blieb bestehen. Der Neubau umfasst 57 moderne Einzelzimmer. Die bestehenden Gebäude wurden zudem umfangreich saniert. Dadurch hat sich die Zahl der Einzelzimmer auf insgesamt 93 erhöht. Zudem gibt es fünf Wohnungen für "Betreutes Wohnen". Die Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser (Niederbronner Schwestern) reagierte damit auf die ständig steigende Nachfrage nach Plätzen in Alten- und Pflegeheimen. Gleichzeitig führt sie die Tradition einer der ältesten bis heute bestehenden katholischen Einrichtungen in Darmstadt fort.